Die Eifel. Land der 100.000 Kurven. Ein kleiner Niedersachse wagt sich in dieses vollkommen unbekannte Terrain…

Im Ernst. Als Norddeutscher kennt man ja eher kilometerlange, relativ gerade Bundesstraßen-Highways mit etwa einer leichten Biegung jeden 2. Kilometer. Zum Kurvenfahren muß man in den Deister (ein paar schöne Kurven), das Weserbergland (schon mehr schöne Kurven) oder in den Harz (ganz viele schöne Kurven). Wenn man aber mehr will muß man weiter weg. Alpen? Schon wieder zu weit. Geht nur mit Autozug oder eisernem Hintern. Also mal die Mittelgebirge angeschaut. So kommt man schnell auf die Eifel. Was dort an Kurvenspass geboten wird geht auf keine Kuhhaut. Durch die zerklüftete Landschaft gibt es fast keine geraden Straßen. Zwischen den kleineren Dörfern verlaufen Straßen die hier kaum als Forstweg durchgehen würden.




Eine Typische Landstraße in der Eifel. Solche Serpentinen gibt es sonst nur in den Alpen. Man beachte das das Auto im Hintergrund schon 3/4 der Strassenbreite einnimmt. Also immer schön rechts fahren.



Durch die geringe breite und die engen Kurven ist das Geschwindigkeitsniveau recht niedrig. Der 6. Gang hat Pause und das Drehzahlniveau ist locker 50% höher als in heimischen Gefilden. Am Anfang verwirrt die ständige Kurverei etwas. Ich bin eher gewohnt das nach ein paar schönen Kurven erstmal eine längere Gerade zu befahren ist bei der man sich erholen kann. Das gibt es hier kaum. So ist man am ersten Abend auch ziemlich fertig mit den Nerven. Der Kurvenschock muß erstmal verarbeitet werden.

Während es rund um Hannover nur 2 Arten von Straßen gibt (topfeben oder Schlaglochpiste), gesellt sich in der Eifel noch eine dritte Art hinzu. Die Kurvige Buckelpiste. Keine Risse oder Löcher, flüssig zu fahren, aber das Fahrwerk hat alle Hände voll zu tun. Auf den schnelleren Abschnitten fühlt man sich wie ein Rodeoreiter. Auf meiner F800 ein Geschaukel sondergleichen. Jetzt weiß ich endlich warum irgendein schlauer Mensch Öhlins erfunden hat. ;-) . Meine Federung war jedenfalls hoffnungslos überfordert.




Wie gesagt. Gerade gibt´s hier nicht.





Wenn man sich mal erholen möchte und irgendwo anhält lässt sich eine wunderschöne Landschaft bewundern. Die Dörfer sind meißt klein und beschaulich, es geht ständig auf und ab und überall gibt es Wälder und Wiesen. Da ich nur 4 Tage Zeit hatte, habe ich mich auf´s fahren beschränkt. Sollte ich mal länger dort sein wird´s sicherlich auch Sightseeing geben.




Hier kann das Auge entspannen und man erholt sich von der anstrengenden Kurverei.










Wer möchte kann auch die vielen Burgen besichtigen die hier überall in die Landschaft gestellt wurden.




Insgesamt hat mir die Tour (1750 Km abzüglich 750 Km An- und Abreise) eine Menge Spass bereitet und wird ganz sicher irgendwann wiederholt. Natürlich am besten wieder in der Woche, denn am Wochenende soll hier die Hölle los sein und die Polizei schiebt Sonderschichten.

Für mich war es sehr lohnenswert. Meine Kurventechnik hat sich verbessert und mein Gefühl für die Rückmeldungen des Motorrads auch. Insgesamt rundherum empfehlenswert.